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Ist es denn wirklich so einfach, einen Windleser zu finden?
Wenn man ihn auf die übliche Weise suchen würde, wäre es das gewiss nicht.
Aber Ihr sagtet, Ihr hättet da eine Idee?
Ja. Und zwar den Windleser aus meiner Zeit im regulären Feuerwehrtrupp von Iida.
Sein Name klingt allerdings nicht ganz geheuer.
Ich nannte ihn aber immer nur „Väterchen“ …
Ein nicht ganz geheurer Name, sagen Sie?
Er heißt Magoichi Kaji.
Was, „Brand“?!
Ich werde Samon fragen, ob er schon etwas über Väterchens Verbleib erfahren hat.
Magoichi ist gestorben. Kurz, nachdem er den Dienst als Feuerwehrmann aufgegeben hatte.
Verzeih mir. Als Feuerwehrmann an sich mag ich nicht viel taugen, aber …
Bleib hier, Magoichi!
Magoichi!
Da ist noch jemand. Der Einzige, den Magoichi je als Genie bezeichnete.
Sein Name ist Seijūrō Kaji.
Er ist Magoichis Sohn und ein wahres Ausnahmetalent.
Ich lehne Euer Angebot ab.
Ich habe nicht die Absicht, den gleichen Weg zu beschreiten wie mein Vater.
Mein Vater gab mir einen Namen, der das Schriftzeichen für „Stern“ enthält.
Er wünschte also, dass ich ebenfalls den Weg der Astronomie beschreite.
Ich werde vollenden, was mein Vater nicht zu vollenden vermochte.
Nur wenn ein Mensch hinausgeht, kann er funkeln wie ein Stern.
Frau Wirtin!
Oedo Fire Slayer: The Legend of Phoenix
Der Brand ist in Ueno!
Das Gasthaus Komoroya!
Sind das nicht Kingorō vom Trupp „I“ und …
… und Renji, ja.
Gen?!
Du bist auch ausgerückt?
Was macht denn der Trupp „I“ hier?
Wir waren durch Zufall hier für eine Zusammenkunft.
Doch wir sind die Einzigen vom Trupp „I“.
Wie ist die Lage vor Ort?
Die Leute vom Maeda-Klan sind schon zum Kan’ei-Tempel gelaufen.
Die Feuerwache von Kaga?
Schnell und tüchtig! Wie es sich für die beste der Daimyats-Feuerwachen gehört …
Und die Leute vom Kuroda-Klan halten offenbar die Nordseite.
Wir sind auch unterwegs dorthin.
Und was ist mit der Brandstelle selbst?
Eines der Komoroya-Lagerhäuser barst urplötzlich und ging in Flammen auf.
Das Feuer breitete sich in Richtung Nordwesten aus,
und die Leute von Kaga und Kuroda liefen dorthin.
Verstehe. Dann müssen wir uns um Westen und Norden also nicht sorgen.
Gib auch du dein Bestes, Feuerfresservogel!
Das brauchst du mir nicht eigens zu sagen!
Wir eilen zum Gasthof Komoroya!
Jawohl!
Was hat das zu bedeuten?
Eigentlich dürften doch schon viel mehr Feuerwehrmänner hier sein …
Ich werde mich rasch erkundigen.
Chef!
Ich weiß nun, warum keine Feuerwehrmänner hier sind.
Seit das Komoroya-Lagerhaus in Flammen aufgegangen ist,
weht ein beständiger starker Wind in Richtung Nordwesten,
das Gebiet dort ist dem Wind also am stärksten ausgesetzt.
Doch da im Westen und Norden schon Kaga und Kuroda die Stellung halten,
gibt es da natürlich nichts zu tun.
Doch falls sich die Windrichtung ändert, wird der Brand sofort auf den Osten übergreifen!
In diesem Gebiet liegen Wohn- und Lagerhäuser von Kaufleuten,
und die Beamten und Feuerwehrleute dort
genießen großzügige finanzielle Unterstützung.
Solang noch keine akute Brandgefahr besteht, soll man dort also nichts niederreißen.
Wie es heißt, wurde diese Forderung in der Tat geäußert.
Wie können die nur so leichtfertig und träge sein!
Ein weiteres Problem gibt es im Gasthaus selber.
Offenbar ist noch eine kranke Person im Haus, …
dem Vernehmen nach mit einem Herzleiden,
für die es lebensgefährlich wäre, von dort weggetragen zu werden.
Ich mache mir ein Bild von der Lage im Gasthaus.
Ihr reißt unterdessen die benachbarten Gebäude ein
und beschützt das Gasthaus!
Jawohl!
Ist hier alles in Ordnung?
Ihr seid doch der Herr von neulich …
Mir geht es gut.
Aber was macht Ihr hier?
Ich bin Feuerwehrmann.
Herr Doktor, wie steht es um die Frau Wirtin?
Offenbar erlitt sie gerade einen Anfall,
als die Explosion sie so erschreckte, dass sie zusammenbrach.
Nach der Explosion wirbelten auch brennende Papierfetzen durch die Luft.
Wurden in dem Lager denn auch Papierbündel aufbewahrt?
Nein. Wir lagerten darin nur Buchweizenmehl.
Der Wind kann jederzeit drehen.
Können wir die Frau Wirtin aus dem Haus tragen?
Unmöglich. In ihrem Zustand könnte ihr die kleinste Erschütterung das Leben kosten.
Bring wenigstens du dich in Sicherheit!
Die Frau Wirtin ist für mich wie eine Mutter.
Ich kann sie nicht im Stich lassen!
In Ordnung. Ich finde eine Lösung. Herr Doktor! Ich verlasse mich auf Sie.
Chef! Und, wie sieht es aus?
Die Frau Wirtin darf nicht bewegt werden, bis ihr Zustand stabiler ist.
Um zu verhindern, dass auch das Gasthaus Feuer fängt, müssen wir das andere Lager einreißen.
Lassen Sie uns zuerst alles leicht brennbare Material herausholen!
Gut, dann los!
Halt, wartet!
Irgendwas stimmt hier nicht.
Das Tor ist heiß. Darin brennt es.
Dann müssen wir das Tor schleunigst öffnen und den Brand löschen!
Nein!
Das ist …
Doch nicht etwa … ein Roter Maulwurf?
Wenn wir das Tor öffnen, wird uns ein Flammenstrahl entgegenschießen.
Was um Himmels willen geht hier vor?
Ein Lagerhaus birst, im andern lauert ein Roter Maulwurf?
Der Wind … Vielleicht wird der Wind drehen!
Chef, wenn wir nichts unternehmen …
Hikoya! Hol mein Pferd, schnell!
Du willst doch nicht etwa zu diesem Kerl?
Doch, genau das will ich. Schnell, hol mein Pferd.
He! Es brennt!
Allem Anschein nach, ja.
Wir haben keinen Augenblick zu verlieren. Bitte komm mit uns.
Meine Antwort ist nein.
Du verdammter …
Der Brandherd war eines der Komoroya-Lager.
Im Haus ist eine Kranke, die sich erst etwas erholen muss, bevor man sie bewegen kann.
Der Wind sollte wohl bald von Nordwest auf Südost drehen.
Bis wann können wir noch warten?
Aufgrund des Sturms wird das Festland rascher abkühlen als üblich.
Vielleicht noch etwa ein Hantoki.
Eine halbe traditionelle Doppelstunde (hantoki) entspricht etwa einer modernen Stunde
Verstanden.
Hikoya! Wenn wir zurück sind, müssen wir die Frau Wirtin sofort heraustragen.
Aber dem wird Osuzu niemals zustimmen!
Die weicht der Frau Wirtin keinen Fingerbreit von der Seite.
Osuzu ist auch dort drin?
Du hast nicht vor, uns zu helfen, also betrifft dich das doch wohl nicht!
Du kaltherziger Kerl denkst ja nur an deine Gelehrsamkeit!
Du fürchtest dich.
Du bist nicht kaltherzig.
Im Gegenteil, du bist mitfühlender als die meisten Menschen.
Und du weißt: Lässt du dich auch nur ein Mal
von deinen Gefühlen mitreißen, wirst du dein Lebensziel nurmehr schwerlich erreichen.
Davor fürchtest du dich.
Seijūrō, wir müssen nun zurück. Lass mich dir zum Schluss noch eines sagen.
Egal, was Ihr sagt, …
Sei still und hör zu!
„Nur wenn ein Mensch hinausgeht, kann er funkeln wie ein Stern.“
Das hat dein Vater gesagt.
Wie lautet dein Name?
Für dich mag ein einzelner Tag nicht mehr sein als ein Abschnitt im Kalender.
Doch die Menschen hängen an diesem einen Tag und geben alles, um ihn zu leben!
Ein Tag ist und bleibt ein Tag.
Egal, was die Menschen darin vollbringen,
ein Tag ist nur eine der Einheiten, die unweigerlich kommen und wieder gehen.
Ich habe verstanden.
Entschuldige die Störung.
Wartet!
Dieser nächste Tag, der unweigerlich kommen wird … Lasst uns dafür sorgen, …
dass auch Osuzu ihn sehen wird!
Wir haben euch warten lassen.
Wie geht es der Frau Wirtin?
Ihr Zustand lässt leider noch keine Prognose zu.
Was ist los, Seijūrō?
Dieser Brand ist tatsächlich gelegt worden.
Hier ist die Spur einer Lunte.
Der Brandstifter hat sie ins Lagerhaus gelegt und dann angezündet.
Aber woher nahm er das nötige Schwarzpulver?
Es war eine Staubexplosion.
Was ist denn das?
Hier an den Trümmern sind Überreste von Buchweizenmehl.
Der Täter wirbelt eine große Menge Mehl im Innern des Lagers auf und entzündet dieses.
Das Feuer greift mit enormer Geschwindigkeit auf jedes einzelne Mehlpartikel über,
was zu einer Explosion führt.
Im schlimmsten Falle birst es mit einer noch größeren Wucht als Schwarzpulver.
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