The first 200 lines.
Der Film besteht aus: einem NACHRUF, einem REISEFÜHRER
und DREI LEITARTIKELN alles aus THE FRENCH DISPATCH
(ein amerikanisches Magazin, herausgegeben in Ennui, Frankreich).
RÜCKGÄNGE & TODESFÄLLE « Chefredakteur Tod mit 75 »
Arthur Howitzer, Jr.
SOHN DES HERAUSGEBERS GRÜNDER DIESES MAGAZINS
Ennui-sur-Blasé, FRANKREICH
Es begann als ein Urlaub.
Arthur Howitzer Jr., Erstsemester,
begierig, der Zukunft in den Great Plains zu entkommen,
überzeugte seinen Vater, Eigentümer der Liberty, Kansas Evening Sun,
seine Atlantiküberquerung als Bildungschance zu finanzieren,
um das Familiengeschäft
durch das Schreiben von Reisebericht-Kolumnen zu erlernen,
veröffentlicht für die heimische Leserschaft im Sonntagsmagazin Picnic.
In den nächsten zehn Jahren, schuf er ein Team
aus den besten Exil-Journalisten seiner Zeit
und verwandelte Picnic in The French Dispatch.
Einen wöchentlichen Tatsachenbericht zu den Themen Weltpolitik,
Kunst, hohe und niedere, Mode, motivierte Küche, mondäne Getränke
und breitgefächerte Alltagsgeschichten, angesiedelt in fernen Quartiers.
Er brachte die Welt nach Kansas.
Seine Autoren bilden das Rückgrat jeder guten amerikanischen Bibliothek.
Berensen,
Sazerac,
Krementz,
Roebuck Wright.
Der beste lebende Journalist
in puncto Satzqualität pro Minute.
Einer, der keinen Artikel fertig schrieb,
aber durch die Gänge geisterte über drei Jahrzehnte lang.
Ein insgeheim blinder Autor,
der eifrig durch die Augen anderer schrieb.
Die unangefochtene Kanone in grammatikalischer Kompetenz.
Titelblattzeichnungen von Hermès Jones.
Offenkundig gütig zu seinen Autoren,
war Arthur Jr. weniger höflich zum Rest der Belegschaft.
Was ist das?
Ich brauche einen Truthahn.
Fix und fertig mit allem Schnickschnack und Pilgern.
Sein Finanzverwaltungssystem war kompliziert, aber zweckmäßig.
Sie erhält 150 Francs die Woche, 15 Jahre lang,
gegen 5 amerikanische Cent pro Wort, abzüglich Spesen.
Sein häufigster literarischer Rat, nicht belegt, war folgender:
Es muss wirken, als schrieben Sie es bewusst so.
Seine Rückkehr nach Liberty
erfolgte genau 50 Jahre nach seiner Abreise,
anlässlich seiner Beerdigung,
zu deren Zeitpunkt das Magazin
über eine halbe Million Abonnenten in fünfzig Ländern erreichte.
Ein Weidekorb mit zig Nadeln,
Tafeln und ehrenvollen Erwähnungen von höchster Stelle
ist mit ihm begraben.
Nebst einer Andretti Ribbon-mate
und dreifach gebundenem
ägyptischen Baumwollpapier.
Er bekam ein Redakteursbegräbnis.
Testamentarisch verfügte er
sofort nach seinem Tod, Zitat:
"Die Druckpressen werden abgebaut und eingeschmolzen.
"Die Redaktionsräume werden geräumt und verkauft.
"Die Belegschaft erhält üppige Boni und wird aus ihren Verträgen entlassen
"und die Veröffentlichung des Magazins wird eingestellt."
Folglich
dient der Nachruf auf den Herausgeber auch auf die Publikation.
Alle Heimleser erhalten eine proportionale Vergütung
für die nicht erbrachte Menge ihres Abonnements.
Seine Grabinschrift folgt im Wortlaut
dem Schriftzug
über der Tür im Inneren seines Büros.
Berensens Artikel. Das Beton-Meisterwerk.
Falsche Partizipien, getrennte Infinitive,
und neun Schreibfehler im ersten Satz.
Einiges davon ist Absicht.
Der Krementz-Artikel, Korrekturen eines Manifests.
Wir baten um 2.500 Wörter, sie lieferte 14.000
plus Fuß- und Endnoten, 'nem Glossar und zwei Epilogen.
Es ist einer ihrer besten.
Sazerac?
Faktencheck unmöglich.
Er ändert alle Namen und schreibt nur über Penner, Luden und Junkies.
Das sind seine Leute.
Was ist mit Roebuck Wright?
Seine Tür ist zu, die Tasten klackern.
Hetzt ihn nicht.
Die Frage ist, wer wird gekillt?
Ein Beitrag zu viel, selbst bei einer Doppelausgabe,
was wir uns nicht leisten können.
Hab 'ne Nachricht.
Eine Stunde bis zum Druck.
Du bist gefeuert.
Wirklich?
In meinem Büro wird nicht geweint.
KEIN WEINEN
Druckvermerk kürzen, Anzeigen streichen, mehr Papier kaufen.
Ich werde niemanden killen.
Gute Autoren.
Er verwöhnte sie, er beschwor sie. Er hielt die Hand über sie.
Was denkst du?
Ich persönlich?
Ich würde mit Mr. Sazerac anfangen.
Das waren seine Leute.
RUBRIK LOKALKOLORIT
IN KÜRZE
« Der radelnde Reporter » von Herbsaint SAZERAC
MOMENTAUFNAHME EINER STADT IN 300 WÖRTERN
Ennui erwacht abrupt an einem Montag.
Mittels der Zeitmaschine dichterischer Freiheit,
machen wir eine Stadtrundfahrt.
Ein Tag in Ennui, über eine Zeit von 250 Jahren.
Die große Stadt war eine Ansammlung von Handwerkersiedlungen.
Nur die Namen blieben unverändert.
Der Schuhputzerbezirk.
Die Vergangenheit - Die Zukunft
Das Maurerquartier.
Der Schlachterbogen.
Die Taschendiebsackgasse.
Auf diesem Platz, ein beliebter Markt
für allerlei Viktualien und Lebensmittel,
verborgen unter einem riesigen Baldachin aus Glas und Gusseisen.
Abgerissen, wie Sie sehen können,
zugunsten eines mehrgeschossigen Einkaufszentrums und Parkhauses.
Wie jede lebendige Stadt,
versorgte Ennui eine Menagerie von Ungeziefer und Aasfressern.
Die Ratten bevölkerten ihre unterirdischen Bahnlinien.
Die Katzen bevölkerten ihre schrägen Dächer.
Die Anguillettes bevölkerten ihre seichten Entwässerungskanäle.
Nach Empfang der Hostie, stellen marodierende Chorknaben,
halb berauscht vom Blute Christi, unachtsamen Pensionären nach
und dürsten nach Verwüstung.
Im Pleite-Viertel, Studenten.
Hungrig, rastlos, rücksichtslos.
Im Bruchbudenbezirk, alte Leute.
Alte Leute,
die gescheitert sind.
Das Automobil.
Ein zweifelhafter Segen.
Einerseits das Hupen, Rutschen, Brettern, Spucken und Fehlzünden.
Die Emission giftiger Dämpfe und schmutzige Abgasbelastung,
die gefährlichen Unfälle, konstanter Straßenverkehr, die ...
Amt für lokale Statistik.
Durchschnittlicher Regenfall: 750 Millimeter.
Durchschnittlicher Schneefall: 190.000 Flocken.
8,25 Leichen werden pro Woche aus dem Blasé gezogen.
Eine beständige Zahl trotz des Bevölkerungswachstums
und des Fortschritts in Gesundheit und Hygiene.
Mit Sonnenuntergang
verdrängt ein Mix aus Straßenmädchen und Gigolos
die Botenjungen und Ladenbesitzer
und ein Hauch promiskuitiver Gelassenheit durchtränkt die Stunde.
Welche Geräusche bohren sich in die Nacht?
Welche Mysterien sagen sie voraus?
Vielleicht ist die fragwürdige alte Weisheit wahr:
Alle erhabenen Schönheiten
verbergen ihre tiefsten Geheimnisse.
"Ratten, Ungeziefer, Gigolos, Straßenmädchen."
Ist das nicht ein wenig zu halbseiden diesmal?
-Nein. -Für anständige Leute.
Es sollte charmant sein.
"Taschendiebe, Leichen, Gefängnisse, Pissoire."
Wie wär's mit 'nem Blumenladen
oder Kunstmuseum?
Einem hübschen Ort?
Ich hasse Blumen.
Du könntest die zweite Hälfte des zweiten Absatzes streichen.
Du wiederholst das später.
RUBRIK KUNST UND KÜNSTLER
ARTIKEL 1
« Das Beton-Meisterwerk » von J.K.L. BERENSEN
PORTRAIT EINES MALERS UND EINES GEMÄLDES
Das Thema des heutigen Vortragsabends
ist der große Maler, Kopf und Herz
der französischen Spritztechnik-Schule-Aktionsgruppe,
Mr. Moses Rosenthaler.
Weithin gefeiert, wie Sie wissen,
für seinen drastischen Stil und das Ausmaß seiner mittleren Schaffensphase
insbesondere für sein Polyptychon Gemälde auch bekannt als
Zehn-Verstärkte-Zement- Zuschlagstoff-tragende-Wandbilder.
Er ist meines Erachtens die eloquenteste
und sicher auch die lauteste
künstlerische Stimme seiner rauflustigen Generation.
Wie fand dieses wichtige Werk den Weg
in seine einzigartige Position als dauerhafte Installation
hier in der Clampette-Collection?
Die Geschichte beginnt in einem Speisesaal.
Die Ausstellung Aschenbecher, Töpfe und Makramee,
eine Gruppenausstellung von Hobby-Kunsthandwerkern,
eingesperrt im Irrentrakt des Haftpflegehauses von Ennui,
hätte missachtet werden können von den Annalen der Kunstgeschichte,
wäre es nicht zur Inklusion gekommen
des kleinen Gemäldes von Mr. Rosenthaler,
der zu der Zeit
eine 50-jährige Haftstrafe wegen Doppelmordes absaß,
sowie der Beachtung jenes Werkes durch einen Mitinsassen,
dem levantinischen Kunsthändler Mr. Julian Cadazio,
der durch eine Laune des Schicksals
im Nebengebäude wegen Umsatzsteuerhinterziehung inhaftiert war.
Wärter.
Wer hat das Bild gemalt?
Einwohner 7524.
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