As primeiras 200 linhas.
Als Ruth und ich nach Brooklyn gezogen sind, kam uns das vor wie ein Außenposten.
Für unsere Freunde in Manhattan hätten wir genauso gut nach Nebraska ziehen können.
Es lag nicht im Trend, aber es war ein guter Ort für einen
sich abstrampelnden Künstler wie mich. Und wir mochten es, was gut war,
denn mehr hätten wir uns auch nicht leisten können.
Morgen, Mister Rahim.
Guten Morgen, Mister Carver. Guten Morgen, Dorothy.
Also, morgen ist der große Tag? Freuen Sie sich wegzuziehen?
Ich weiß es nicht.
Ich würde hier auf der Stelle verschwinden, wenn ich könnte.
Ja. Wo würden Sie hingehen?
Wo würde ich schon hingehen? New York ist doch die beste Stadt der Welt.
Hallo? Hallo? Ruth?
Als würde man mit jemandem sprechen wollen, der in der Titanic hockt. Ruth!
Ruth? Ruth?
Was wollte ich hier eigentlich?
Die Times.
Oh, das bricht dauernd ab.
Alex, hör auf rumzulaufen. Geh an die Tür. Hör mir zu. Ja.
Also, die ist in dem Ständer. Oh!
Ja, Lily kommt, ich muss Schluss machen.
Ja, sie ist hier. Wir reden gleich. Du machst das schon.
Ehrlich, Tante Ruth, ich weiß nicht, wie du und Alex das machen.
Ich bin 40 und ein bisschen. Und sieh mich an.
Oh Gott, ich muss mich dringend beim Fitness anmelden.
Entschuldigen Sie, wo ist die Times?
Tante Ruth. Versteck das. Morgen wird hier eine ganze Menge los sein.
Den hat mir deine Mutter geschenkt. - Na und?
Ich wünschte, sie hätte nicht so viel geraucht.
Ich glaube, die Leute verschenken heute keine Aschenbecher mehr, oder?
Ich weiß gar nicht, ob so was überhaupt noch hergestellt wird.
Also, die Rollos müssen alle schön offen sein. Licht ist Geld. Nicht vergessen.
Wie viel Leute kommen wohl, was denkst du?
Keine Ahnung, aber wir wollen die, denen es ernst ist.
Es kommen natürlich auch die Gaffer. Also die, die nur kommen, um zu sehen,
wie andere Leute wohnen. Dann fühlen sie sich in ihrem eigenen Leben besser.
Oder schlechter.
Wer weiß? Also, wenn du was verkaufen willst,
dann achte drauf, dass nichts rumliegt.
Weniger ist mehr. Die ganzen Bücher müssen weg.
Tschechow. "Die Dame mit dem Hündchen".
Das hab ich immer am liebsten unterrichtet.
Und die Mädchen fanden es immer toll, aber den Jungs hat es weniger gefallen.
Konntest du Onkel Alex umstimmen?
Oh, das ist immer noch ein rotes Tuch für ihn, aber du weißt ja,
wie Künstler so sind. Zu viel praktisches Denken überfordert sie.
Ah, ich werde ihn schon rumkriegen.
Weil wir hierfür vielleicht eine Million Dollar bekommen. Also plus minus.
Ja.
Vor zwei Jahren wäre es noch mehr gewesen. Zur Zeit ist es schlechter.
Die Gegend hat sich sehr verändert. Sie ist jetzt cool. Überall sind Hipster.
Und alles wird teuer.
Mütter mit Kinderwagen, die so viel wie ein Chevrolet kosten.
Und ihre Banker-Ehemänner, die ihre Köpfe in ihre Smartphones stecken.
Über die Straße zu gehen und dabei mit Aktien zu handeln,
halte ich für keine so gute Idee.
Passen Sie doch auf, wo Sie hinlaufen!
Hier gibt es neuerdings auch einen Bioladen.
Das Einzige, was jetzt noch als ultimatives Aushängeschild
moderner Zivilisation fehlt, ist ein Apple-Store.
Doch egal, wie sehr sie sich auch verändert hat, die Gegend wird mir fehlen.
Na komm, Dorothy. Komm, meine Kleine. Na komm.
Ja, so ist schön. Komm. So ist es brav.
Guten Morgen, Mister Carver. - Oh, hallo Erica.
Freuen Sie sich auf die Wohnungsbesichtigung?
Ja, natürlich.
In den letzten zwei Jahren hat sich der Markt sehr verändert.
Wir wollen nur mal den Marktwert wissen.
Vergiss nicht, Tante Ruth, das Erste, was du morgen früh machst,
wenn du aufgestanden bist:
du schaltest das hier an und lässt es köcheln.
So kriegt die ganze schöne Wohnung eine gemütliche Note.
Okay. - Weißt du, das funktioniert immer.
Ja. Ja, ich...
Hoffen wir, dass recht viele Leute morgen von der Wohnung begeistert sind.
Das ist ja ein Gebäude für junge Leute. Na ja, die Treppen.
Na komm schon.
Ich weiß, dass du müde bist.
Das bin ich auch. Na komm.
Ich weiß. Komm jetzt.
Lass mich mal probieren.
Ich weiß selber, wie man einen Schlüssel ins Schloss steckt.
Lass mich doch. - Schon passiert.
Was machst du denn?
Na, wofür hältst du das denn? Ich trage meine Braut über die Schwelle.
Welche Braut? Wir sind seit zwei Jahren verheiratet.
Magst du sie noch?
Mögen? Ich bin in sie verliebt.
Ach, hier ist alles so schön hell.
Hallo. Ich bin Alex Carver. Meine Frau und ich ziehen grad ein.
Und wenn du dann einfach... Oh! Hallo Alex!
Hallo Dorothy. - Warst du schön spazieren, Süße?
Morgen ist der große Tag. Seid ihr bereit?
Ja! - Wonach riecht es denn hier?
Oh, das ist Zimt. Das macht die Wohnung gemütlich.
Es riecht wie im Bordell. - Ach ja, findest du?
Und wie genau riecht es im Bordell, mein Herr?
Na ganz einfach, wie hier.
Also ich werde mit unserem ersten Paar, den Schuylers, so gegen neun hier sein.
Neun Uhr? Wieso nicht sechs?
Oh, komm, Alex, du hast es versprochen.
Also, es könnten morgen viele Interessenten vorbeischauen.
Vielleicht könntest du dein Atelier etwas aufräumen, das wär super.
Denn das ist so ein wunderschönes Zimmer, aber es sieht kleiner aus,
als es ist, bei dem Durcheinander. - Das kriegen wir hin. Das wird schon.
Ach, das wird super. - Gut. Danke, Lily.
Ich kann's kaum erwarten. - À demain!
Mach es gut, Lily. Du musst netter zu ihr sein. Sie hat unseretwegen viel Arbeit.
Sie redet zu viel.
Na ja, das kann man nicht abstreiten.
Dieses Zimmer ist schon seit über 40 Jahren mein Atelier.
In was für einem Zimmer werde ich wohl nächstes Jahr malen?
Wird es eine schöne Aussicht haben? Wird es überhaupt ein Fenster haben?
Ich glaube, die können wir da rüberstellen, Schatz.
Okay, gut. Nein, lass, lass, lass, lass doch.
So, hier.
Okay? - Ja, ich habe es. - Gut.
Ruth? - Was?
Wir machen einen Fehler.
Aber was kann ich jetzt noch tun, Alex? Die Wohnung steht schon in der Zeitung.
Ich will nur nicht, dass Lily uns herumkommandiert wie ihre Mutter.
Das war, weil Sara krank war, bitte.
Wo werden wir landen?
Oh, ich könnt mir vorstellen,
mit einer Million Dollar können wir uns das doch aussuchen.
Wenn wir eine Million kriegen. Und es wird uns auch eine Million kosten,
so was noch mal zu kriegen.
Abgesehen von den Kosten des Umzugs und des Verkaufs.
Dann ziehen wir dahin, wo die Häuser billiger sind.
Aus New York können wir nicht wegziehen.
Ach, wir werden nicht aus New York wegziehen.
Nein, wir brauchen eine Wohnung, in der du malen kannst und einen Aufzug.
Ich komme mit den Treppen besser klar als Lily.
Sicher, im Moment ja, aber du wirst auch älter.
Ach, weiß ich auch nicht.
Nein, ich hab gelesen über diese Wohnungsbesichtigungen.
Da wird immer geklaut.
Okay. Ich werde die Möbel alle festnageln, ja?
Ich finde es nur nicht gut, dass hier jemand in unseren Sachen rumschnüffelt.
Du musst nicht anwesend sein.
Du kannst doch Spazierengehen. Oder ins Kino gehen.
Ich denk drüber nach.
Wir testen ganz einfach nur vorsichtig mal den Marktwert. Das ist alles.
Niemand verpflichtet sich zu etwas. Niemand.
Was hast du denn, Süße? Was ist denn passiert? Was ist denn?
Alex, mit Dorothy stimmt irgendwas nicht.
Was? - Was ist denn mit dir los? Sie zittert.
Sie zittert, und als ich sie hochgehoben habe, hat sie geschrien.
Was hast du denn, Kleine?
Sie hat geschrien. Ich weiß nicht, hat sie Schmerzen?
Vielleicht bringen wir sie zum Tierarzt. - Das ist sicher gar nichts.
Nein? - Weißt du noch letztes Jahr?
700 Dollar, um zu erfahren, dass sie Blähungen hatte.
Jetzt lauf aber nicht so schnell, sonst fallen wir noch die Treppen runter.
Ich fall schon nicht runter. - Sie zittert, weil sie Angst hat.
Jetzt wär so ein Aufzug mal richtig gut. Findest du nicht auch?
Ja, kann sein, aber wir haben nun mal keinen.
Was ist passiert? - Ich glaube, sie hat was am Rücken.
Taxi!
Oh, Gott sei Dank. - Hat es gebrannt?
Ich habe gehört, dass ein Tankwagen
auf der Williamsburg-Brücke liegengeblieben ist.
Irgendwas ist doch immer.
Danke, Mister Rahim.
Gern geschehen, gern geschehen. Alles Gute für den Hund.
Der Tankwagen blockiert zwei Spuren.
So ist es, Brian. Der ganze Verkehr nach Manhattan ist lahmgelegt.
Reden die grad über die Brücke?
Machen Sie die Musik etwas leiser? - Ja, genau, bitte. Danke.
Dieser Tankwagen auf der Williamsburg-Brücke blockiert einfach alles.
Vor ein paar Minuten hat der Bürgermeister die Bevölkerung aufgerufen,
wirklich nur absolut notwendige Fahrten über diese Brücke zu unternehmen.
Ich höre immer noch nichts.
Was? Was? Hast du dein Hörgerät vergessen?
Da ist ein Tankwagen liegengeblieben. Und mehr weiß ich auch nicht.
Und jetzt sagt der Bürgermeister den Leuten, sie sollen nicht in die Stadt fahren.
Es gibt da doch auch einen Tunnel?
Ach. Zu spät. So ein Mist. Sagen Sie, was hat denn Ihr Hund?
Tja, das wissen wir nicht genau. - Hat er ein Stück Plastik gefressen?
Das hat mein Hund mal gemacht. Der war richtig krank.
Ach, das tut mir leid.
Okay, danke. - Da wären wir.
Stimmt so. - Danke.
So, Kleine, wir sind da.
Alles Gute für den Hund. Morgen werden Sie wissen, ob es Plastik war.
Nicht, lass. Lass, lass, lass nur. - Machst du zu?
Ja. Ja. Soll ich sie tragen?
Nein, nein, ich hab sie. Alles gut, meine Süße, wir sind gleich da.
Oh, mein Gott. Alles in Ordnung? - Ja, ja.
Sie lag in ihrem eigenen Urin in der Küche. Und als ich sie hochgehoben habe,
hat sie geschrien. Mehr weiß ich auch nicht.
Ja, ja, ja, ja. Okay, Dorothy. Was hast du denn?
Ich nehme an, dass es ein Bandscheibenvorfall ist,
aber ich muss erst ein CT machen, um sicherzugehen. Ja.
Ein CT? Ist das teuer? - Alex! Alex!
Ich frag doch nur.
Wissen Sie, also grad billig ist das nicht.
Wie viel?
Ah, so um die 1.000 Dollar.
Okay, machen Sie es. - Ja, gut, dann...
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