Wie ich lernte, bei mir selbst Kind zu sein
La unuaj 200 linioj.
"Irgendwo auf der Welt
gibt's ein kleines bisschen Glück
und ich träum davon in jedem Augenblick.
Irgendwo auf der Welt gibt's ein bisschen Seligkeit
und ich träum davon schon lange, lange Zeit.
Wenn ich wüsst, wo das ist, ging ich in die Welt hinein,
denn ich möcht einmal recht so von Herzen glücklich sein.
Irgendwo auf der Welt ...
... fängt mein Weg zum Himmel an.
Irgendwo, irgendwie, irgendwann.
Irgendwo auf der Welt gibt's ein kleines bisschen Glück
und ich träum davon in jedem Augenblick."
Verreck! Du bist keine Träne wert.
Verreck! Es ist für alle das Beste!
Hilfe!
Ich ertrinke! Hilfe!
Dann schwimm! Ich kann nicht schwimmen.
Warum springst du ins Wasser? Ich ertrinke!
Schrei nicht so, muss ja nicht jeder hören.
Man sieht ja, dass du gleich ertrinkst. Komm her!
Wie weit herab kann man noch sinken?
Die Kriege machen das.
Wenn du erst in ihnen bist, sind sie bald auch in dir.
Wenn sie außen endlich erlöschen, brennen sie in dir weiter.
Und immer und überall gehörst du wie sie zur Hölle.
Meine Schuhe sind voller Wasser.
Darf ich sie ausziehen?
Aber erst lernst du schwimmen.
Die Sommerfrische kann man immer erst so richtig genießen,
wenn sie vorbei ist, was?
Wer Ferien braucht, hat keine verdient.
Roman.
Ich finde... Wir wollen ehrlich zueinander sein.
Also lass uns schweigen.
Auf und davon.
Der Weltmeister im Unsichtbarsein.
Auf und davon!
Magst nicht aussteigen, Bub?
Wo wohnen Sie eigentlich, Herr Dworak?
Brigittenau.
Gleich beim Rangierwerk vom Frachtenbahnhof.
Da muss es schön sein.
Ich bin und heiße Paul Silberstein.
Und dies ist eine Liste meiner Hauptängste
Erstens Erstickungsangst.
Zweitens die Angst, dass meine Beine mich nicht mehr tragen.
Drittens Mein körperliches und geistiges Wachstum
hört unvermittelt auf
und alle Welt wird mich bis zum Ende meiner Tage
als Kind betrachten und behandeln.
Viertens Angst vorm Erfrieren.
Das Meiste in meiner Welt scheint aus Kälte gemacht.
Selbst im Sommer fröstelt mich immer. Habe den Plan,
mir von meinem Taschengeld eine Wärmflasche zu kaufen.
Erkenntnis
Meine Wirklichkeit bedarf keiner eingebildeten Ängste,
um schrecklich genug zu sein.
Schließ bitte die Tür.
"Ich hab so Sehnsucht,
ich träum so oft.
Einst wird das Glück mir nah sein.
Ich hab so Sehnsucht.
Ich hab gehofft,
einst wird die Stunde da sein.
Tage und Nächte wart ich darauf."
"Ich geb die Hoffnung niemals auf.
Irgendwo auf der Welt...
"...gibt's ein kleines bisschen Glück,
und ich träum davon in jedem Augen..."
Haltet Abstand zu anderen und den eigenen Begierden
und gefährlichen Luftspiegelungen der Sentimentalitäten!
Haltet Abstand zu anderen und den eigenen Begierden
und gefährlichen Luftspiegelungen der Sentimentalitäten!
Maman?
Mutter?
Paul?
Paul.
Wach auf!
Was tust du hier?
Ich will nicht mehr zurück.
Wohin? Ins Internat.
Bitte sprich mit Vater.
Jeder hat sein Internat.
Befrei mich.
Sagt der eine Gefangene zum anderen.
Du bist...
...ein merkwürdiges Kind.
Aber du... findest Worte. Im Gegensatz zu mir.
Lieber Vater.
Ich habe diese Sommerferien genützt,
um mir über meinen weiteren Lebensweg Gedanken zu machen.
Und ich bin zur festen Überzeugung gelangt,
dass bei einem Verbleib im Kollegium Attweg
meine Seele erheblich Schaden nehmen könnte.
Dort werden künftige Kirchenfürsten gezüchtet,
Minister der christlichen Volkspartei
und Generaldirektoren bürgerlicher Großbanken
und Universitätsprofessoren.
Ich aber habe anderes mit mir vor!
Ja.
Ich...
Ich habe anderes mit mir vor.
Knie nieder!
Im Angesicht Gottes
und als Sohn eines Großritters vom Heiligen Grab zu Jerusalem,
römischen Commendatores, Ritters der französischen Ehrenlegion,
wirst du hier und jetzt den feierlichen Eid ablegen,
fortan regelmäßig und schriftlich dokumentiert Buße dafür zu tun,
dass du gegen das vierte Gebot verstoßen hast.
"Du sollst Vater und Mutter ehren."
Wobei, Mutter... sei dahingestellt.
In dieses Buch wirst du all deine Vergehen eintragen
und mir auf Aufforderung vorlegen,
damit ich entscheiden kann, ob dir vergeben wird oder nicht.
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Amen. Na.
Du sollst...
dich selbst ehren.
Guten Tag. Sie sprechen mit Paul Silberstein.
Bonjour, Büro du Général Charles de Gaulle,
Président de la Republique Francaise.
Der Präsident würde gerne mit Monsieur Silberstein sprechen,
Colonel Roman Silberstein. Das ist mein Vater.
Ich hole ihn, bitte warten Sie.
Pardon?
Patience.
Hallo? Hallo!
Vater?
Exzellenz...
Die Hummeln fliegen in meinem Kopf auf unschöne Weise.
Telefon für dich.
Rüttle nicht am Watschenbaum!
Es ist Frankreich, Vater.
Der... der Präsident. Sein Büro.
Das Büro von Präsident Général Charles de Gaulle.
Er möchte dich sprechen.
Dans dix minutes, Bub!
Richte aus dans dix minutes!
Allez, allez!
S'il vous plaît.
Ich soll ausrichten dans dix minutes!
Allez, allez!
Mon Général, Colonel Silberstein à l'appareil!
Mon Général?
Da ist niemand dran.
Es war eine Dame aus seinem Büro.
Sie rufen bestimmt noch einmal an.
Du kannst gehen.
Diese Schirmmütze
betont auf abstoßende Weise seine Ohren.
Ich habe Vater noch nie so gesehen.
Und in derartiger Adjustierung.
Hoffentlich hat er nicht am Tag meiner Zeugung
diese Schirmmütze getragen.
Ich fürchte, ... dass dies imstande wäre,
ein Verhängnis über mich zu bringen.
Eintrag in die Liste meiner Hauptängste? - Abgelehnt!
Schirmmützen sind zwar vererbbar,
müssen aber nicht aufgesetzt werden. Allez, allez!
Du sollst dich selbst ehren.
Wir fangen an.
Bist du sicher?
Teilen Sie bitte aus, Erna.
Gnädige Frau. Die Suppe.
Lieber heiliger Doktor Dolittle, lieber heiliger Franz Schubert.
Die Möglichkeiten meiner Zukunft sind so zahlreich wie nebulös.
Zweiteres gibt zwar Anlass zur Sorge,
dennoch bin ich voller Zuversicht,
dass die Nebel sich lichten werden.
Sie fahren sofort ins Landhaus nach Windischgarsten, Dworak.
Am Dachboden befindet sich eine Truhe, in der Nüsse lagern.
Sie nehmen die Nüsse heraus, legen die Uniform hinein
und räumen dann die Nüsse in die Truhe zurück.
Haben Sie verstanden? Ja, Herr Kommerzialrat.
Uniform unter die Nüsse in die Truhe.
Was ist hier los?
Vielleicht... wurde die Schule ja geschlossen.
Mit Bekundungen deines Wunschdenkens
könntest du im Casino reüssieren, mir erspar das. Vielleicht...
Still!
Was ist geschehen?
Seine Heiligkeit...
der Heilige Vater, er ist tot.
Jetzt sind wir alle Waisen.
Waisen.
Ich weiß, was du denkst.
Wunschdenken.
Lasst uns für seine Seele beten.
Und dafür, dass uns die Dreifaltigkeit Trost gewähre.
Ich habe eine Frage, Pater.
Wieso können Felsen sterben?
Ich verstehe nicht. Na,
die Nachfolger Petri auf dem Heiligen Stuhl
bestehen, wie ich annehme, nicht aus Fleisch,
Knochen und Blut, sondern aus Stein.
Immerhin hat Jesus seinen Stellvertreter Petrus
mit den Worten ernannt "Du bist Petrus
und auf diesem Felsen will ich meine Kirche bauen."
Und der Papst war der Nachfolger Petri.
Was mich zu der Frage bringt, wieso Felsen sterben können.
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