Die ersten 200 Zeilen.
London in den 1.960-er Jahren.
Jeder Wusste eine Geschichte über die Krays zu erzählen.
In jedem Pub konnte man ein oder zwei Lügen über sie hören.
Aber ich war dabei, und ich gehe nicht leichtsinnig mit der Wahrheit um.
Sie waren Brüder, aber sie verband mehr als nur Blut.
Sie waren Zwillinge. Sie ergänzten einander.
Sie waren Gangsterfürsten einer Stadt, die sie erobern wollten.
Ron Kray war eine Londoner Ein-Mann-Mafia.
Blutrünstig, unvernünftig, aber auch komisch.
Mein Reggie war anders.
Einen Straßenkämpfer wie ihn findet man nur einmal im Leben.
Eins können Sie mir glauben:
Ich musste ihn sehr lieben, um ihn nun so zu hassen.
Morgen, Albie. - Morgen, mein Junge.
Was wird das? Tee für die zwei? - Hey, Albie.
Hallo zusammen.
Wie geht's? Alles okay? Ich hab 2 Tassen Tee für Sie. Möchten Sie?
Ja? Nein?
Was ist das? Ein alter Ford Anglia?
Von O auf 100 in etwa 40 Minuten?
Genau das Richtige für Sie beide, was? Schwarz, eng und schnittig.
Hier ist extra viel Milch drin. Für Sie.
Verpissen Sie sich, Kray.
Mach ich. Ich will Sie nicht aufhalten. Was wird sonst
aus all den Vergewaltigern und Mördern, die Sie einlochen müssen?
Wo kacken Sie eigentlich hier drin?
Sie unterdrücken das wohl einfach.
Schönen Tag noch. Kopf hoch. Bald ist Weihnachten.
Oh, Entschuldigung.
Wo ist mein Fahrer? Wo ist Frank?
Der kommt morgens nicht aus dem Bett. - Was?
Er ist noch nicht da. Er ist nicht mit dem Herzen dabei.
Okay, dann holen wir ihn eben.
Wo wohnt er? Ormsby Street, oder? - Steig ein. Ich fahr dich.
Nee, lass mal. Ich laufe. Es ist ein schöner Tag dafür.
Vergiss die beiden nicht, die sind sehr wichtig. - Tu ich nicht.
Kommen Sie! Ich laufe ganz langsam.
Na, Vera? - Hallo, Reg. - Geht's dir gut? Schön.
Rita.
Zu dir wollte ich. Mum sagte, du hast das liegen lassen.
Stimmt. - Ist das deins? - Ja, tausend Dank.
Keine Ursache.
East-End-Bewohner.
Mit Polizisten reden die nicht, aber Gangster küssen sie.
Dreckiges Cockney-Pack.
Sollen wir vielleicht Ihr Auto saubermachen?
Ist Frank da?
Wer bist du?
Frances. Franks Schwester.
Moment, ich hab dich schon mal gesehen.
Da warst du noch etwas jünger. Jetzt bist du ja richtig erwachsen.
So was passiert.
Was hast du da?
Ein Bonbon. - Nicht irgendeine, das ist ein Zitronen-Brausebonbon.
Darf ich mal probieren? - Von mir aus.
Danke.
Schmeckt wirklich gut.
Die kaut man nicht.
Nein?
Und wie komm ich an die Brause?
Mit Geduld.
Ach was. Mit Geduld kriegt man nicht das, was man will.
Halbe Minute, Reg. Bin gleich unten.
Kriegt er Ärger? - Ja.
Gehst du mit mir aus?
Dann schone ich ihn.
Na gut.
Aber nicht deshalb.
Samstag Abend?
Mit wem redest du da? Halb nackt mit einem Mann zu reden! Wie kannst du?
Ab in die Küche, mach den Abwasch fertig! - Hey,
das ist deins.
Danke.
Wenn du noch mal verschläfst, Frank, kannst du zurückgehen
in deinen Käse- oder Fischladen, oder was für 'n Laden das auch war.
Druckerei.
Eine Druckerei.
Ach ja? Dann heißt es zurück in deinen Scheißladen, verstanden?
Ja. - Was macht deine Schwester?
Sie geht auf eins dieser Pitman-Colleges.
Maschine schreiben, Steno.
Ja? - Ja.
Sie hat Klasse, sie ist sehr elegant. Wo hast du sie versteckt?
Sie war weg. Sie ist ein bisschen fragil, Reg.
Ist sie?
Ja.
Okay. - Halt hier, Frank.
Fünf Minuten!
Dauert nicht lange.
Wie lange dauert es wohl, bis die das kapieren, Albie?
Ein kleines Katz-und-Maus-Spiel.
Die Polizei hatte Nipper Read auf den Fall Kray angesetzt.
Er ging nicht gerade unauffällig vor.
Er war schwerfällig, wie man so schön sagt.
Ich starrte auf den Hinterkopf dieses Typen.
Und die ganze Zeit dachte ich
Gib Ron Kray dein Würstchen!
Gib Ron
verdammt noch mal dein Würstchen!
Versteht ihr?
Meine Augen bohrten sich in seinen Hinterkopf.
Irgendwann dachte ich es nicht mehr
Ich übermittelte es ihm.
So lange, bis er sich umdrehte, und wisst ihr, was er gesagt hat?
"Hey, Ron, möchtest du mein Würstchen? Ich hab keinen Appetit."
Interessant.
Wenn mein zukünftiger Schwager "interessant" sagte - Nicht wahr?
Hieß das, dass er keine Ahnung hatte, wo von er, Sie oder sonst jemand redete.
Faszinierend, Ron.
Faszinierend.
Ron war wegen schwerer Körperverletzung zu drei Jahren Gefängnis verurteilt werden.
Dann wurde er für geistesgestört erklärt und in eine Nervenheilanstalt verlegt.
Was Ron brauchte, war ein wohlwollender Psychiater.
Wenn Sie sagen, Sie wollen diesen Mann "himbeeren",
ist mir nicht ganz klar, was Sie damit sagen wollen.
Ich mache Himbeergelee aus ihm. - Sie wollen jemanden zum Krüppel schlagen?
Ja. Genau. - Und warum?
Weil ich fürchte, Herr Doktor, dass er nicht geneigt ist,
meinem Arbeitgeber ein positives Gutachten auszustellen.
Und wer ist das?
Ronnie Kray.
Besteht da Hoffnung, Doktor?
Einen Moment.
Lassen Sie sich Zeit.
Ronald Kray besitzt den wohl gesündesten Verstand,
den ich in meinen 26 Jahren als Psychiater erlebt habe.
Ihn hierzubehalten, wäre meiner Ansicht nach eine Verschwendung öffentlicher Mittel.
Damit ist meine langjährige Integrität dahin.
Die Queen würde überleben, aber möge Gott alle anderen schützen.
Mr. Kray?
Ich hoffe, Sie wissen, was Sie tun. - Ja, ich gehe zurück nach London
Ihr Bruder hat keine Ahnung,
wer oder was er ist, er traut seinem eigenen Verstand nicht.
Ich hab noch nie jemanden gesehen, der so abhängig von Bestätigung war.
Wir alle freuen uns ab und zu über ein Kompliment.
Ihr Bruder ist unberechenbar, gewalttätig und psychopathisch. Vermutlich
hat er paranoide Schizophrenie.
Ich versuche, Ihnen zu sagen, dass Ihr Bruder nicht ganz dicht ist.
Das ist Prochlorperazin. Geben Sie Ihrem Bruder das zweimal täglich,
sonst wird es ernsthafte Probleme geben.
Hey, Frances! Der Wagen steht vor der Tür.
Du hast Klasse, Frances. Du siehst aus wie ein East-End-Starlet.
Eher wie 'ne East-End-Hure.
Das sind Hosen, Mum, sie sieht nicht aus wie 'ne Hure. - Egal, was sie anhat,
wenn die Leute sie mit Reggie Kray sehen, halten sie sie für ein Flittchen.
Warum sagst du das?
Er ist ein Gangster, Frances. Die Krays sind Gangster.
Ich finde ihn süß.
Oh, Gott!
Und ich werde ihn küssen.
Hast du gehört?
Hallo. - Hallo.
Schön siehst du aus.
Du auch.
Hallo. Das ist Big Pat. Hallo, Big Pat. - Reggie.
Wie geht's? - Schön, dich zu sehen.
Big Pat passt auf, dass hier kein Pöbel reinkommt.
Immer. - Und wieso lässt du uns rein?
Schönen Abend. - Vielen Dank. - Danke.
Hier herrscht dicke Luft, könnte gleich losgehen.
Wie geht's dir, Großer? - Hey, Chef.
Geht's dir gut? - Ja.
Benimmst du dich? - Immer. Ich bin ein Teddybär.
Übertreib's nicht. Wenn er Faxen macht, komm direkt zu mir.
Komm. - Wie geht's, Madam? - Ja, mir geht's gut. Und ihr auch.
Hallo, Reg. - Hallo.
Mr. Kray. - Alle hier kennen dich.
Das ist mein Klub. - Dein Stammlokal?
Nein, mir gehört der Laden. - Ich war schon zehnmal hier, aber das wusste ich nicht.
Man kann sich im Leben vieles erlauben, wenn man diskret ist.
Oh, da ist Teddy. Warte mal kurz. Hallo, Teddy. Schön, dich zu sehen.
Geht's gut? Was macht die Familie? Prima.
Was ist? - Diese Männer sehen schaurig aus.
Ach was, das sind nur Boxer. Die sind nett.
Ich lasse sie hier umsonst trinken.
Reggie, da ist Joan Collins!
Ja, das kann sein. Neulich hatten wir Barbara Windsor hier.
Wirklich? - Sie kommt ziemlich oft her. Es gefällt ihr hier.
Das ist mein Konzept: eine Mischung aus Berühmtheiten
und einigen wenigen East-End-Ganoven.
Die Kunden lieben das. Es ist gut fürs Geschäft. Möchtest du dich setzen?
Entschuldige, Reg, hast du einen Moment? - Nein, ich bin beschäftigt.
Es ist wichtig, Reg. - Das hier auch. Also
Reg- - Okay-
Frances, hast du was dagegen, wenn ich
mich kurz um was Geschäftliches kümmere? - Natürlich nicht.
Entschuldige. Bin gleich zurück. Setz dich zu ihr.
Was gibt's denn? - Hier hinten. - Was?
Hallo, Reg. - Hey, Kumpel.
Wenn du's nicht weißt, weißt du's nicht.
Okay, da bin ich. - Weißt du, was ich meine?
Wie geht's dir, Reg?
Kann nicht klagen. Aber wen kümmert's?
Setz dich, Reg. - Worum geht's? - Setz dich, bitte.
Okay. - Du hattest eine Frage zum Profit aus dem Glückspillen-Geschäft. - Weiter.
Jack würde das gerne erklären. - Nur zu.
Los, Jack, erzähl Reggie, was du mir erzählt hast.
Also, Reg
Ja? - Ich
Die Sache ist die: Normalerweise sind meine Geschäfte
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