Die ersten 200 Zeilen.
Gegrüßet seist du, oh Schwester.
Willst du ihr ein Lied singen?
O, tu illustrata...
-Wer sind Sie? Was machen Sie hier? -Unsere Tochter wird ins
Kloster von Pescia aufgenommen.
Dann haben sie sicher Silbermünzen bei sich, Hauptmann.
-Ja, als Mitgift. -Ich bezahle immer per Wechsel,
-nie in Silbermünzen. -Irgendetwas von Wert haben Sie sicher.
Geben Sie uns die Kette zurück. Sie gehört meiner Mutter.
Oh! Sie hat mehr Mumm als du.
-Die Heilige Jungfrau wird Sie bestrafen. -Was weißt du schon, Kleine?
-Die Heilige Jungfrau tut alles für mich. -Die Jungfrau soll der Teufel holen.
Hören Sie das? Es ist die Stimme der Jungfrau.
Sie hat mich gehört.
Scheiße!
Hier! Sie wird sich sehr mit dir amüsieren, die Heilige Jungfrau.
Vorwärts!
Guten Morgen, Herr Carlini.
Wenn Sie mir folgen würden.
Warten Sie hier.
Die Theatinerinnen werden Ihnen für die neue Braut Jesu danken.
Benedetta wird bei uns glücklich sein.
Ich bringe auch Orangen, Äpfel und Wein in großen Mengen.
In den nächsten 25 Jahren werden Sie jedes Jahr das Gleiche erhalten.
Das ist sehr großzügig von Ihnen, Herr Carlini.
Und was ist mit der Mitgift?
Als Benedetta geboren wurde, wäre sie fast gestorben.
Doch Gott hat sie gerettet. Also versprach ich, sie ihm zu geben.
Eine sehr bewegende Geschichte.
Die habe ich schon so oft gehört. Und sie berührt mich jedes Mal.
Doch jedes Jahr kommen Hunderte von Mädchen zu uns, die Gott dienen wollen.
Die diesjährigen Bewerberinnen. Und ich kann nur drei aufnehmen.
Ich verstehe Ihre Herausforderungen und spende Ihnen dafür gerne 50 Silbermünzen.
Und eben Obst und Wein, das hat ja auch einen Wert, nicht wahr?
Außerhalb von hier beträgt die Mitgift einer Braut mindestens 150 Silbermünzen.
Ist eine Braut Christi weniger wert als 100?
Treffen wir uns in der Mitte: 75.
Feilschen Sie hier doch nicht wie ein Jude.
Immerhin geht es um Ihre geliebte Tochter, Giulano.
In Ordnung.
-100 Silbermünzen. -Wir verhandeln hier nicht um Pferde.
Ihr Wort genügt mir. Und Ihr Wechsel.
Das ist zu groß.
-Aber sie sind so schön. -Zieh dich aus!
-Was ist denn das? -Die ist von meiner Mutter,
um zur Heiligen Jungfrau zu beten.
Hier im Kloster haben wir unsere eigene Jungfrau.
-Von heute an betest du zu ihr. -Aber das ist meine.
Komm schon, beeil dich. Zieh jetzt das Kleid an.
Es juckt. Das ist ja furchtbar.
Das ist Absicht. Dein Körper ist dein schlimmster Feind.
Fühl dich darin besser nicht allzu wohl.
Als ich etwas älter war als du, habe ich zwei Daumenbreit Fleisch
durch das Messer eines Säufers verloren. Dieser Holzfinger bedeutet mir
mehr als die anderen Neun.
Wenn ich könnte, würde ich jeden Teil meines Körpers ersetzen,
bis Ich nur noch ein Holzklotz wäre, in den der Name Gottes geschnitzt ist.
Wie auf einem Grabstein?
Du bist ein kluges Mädchen.
Doch Klugheit ist gefährlich, meine Kleine.
Und das nicht nur für andere.
Benedetta, hier geht's lang.
Gib mir das.
Das ist deine Zelle.
Morgen ziehst du das an.
Liebe Maria, du bist jetzt meine Mutter.
Ich bitte dich, hilf mir. Ich fühle mich so einsam.
Kannst du mich hier denn hören?
Benedetta.
Bist du verletzt?
Hebt die Statue wieder hoch!
-Hast du die Statue berührt? -Nein, sie ist einfach auf mich gefallen.
-Was hast du denn hier gemacht? -Ich wollte zu der Jungfrau beten.
Kannst du aufstehen?
Ja.
Es ist ein Wunder, dass sie noch lebt.
Gut. Geht wieder schlafen und bringt Benedetta ins Bett.
Ja.
Mutter!
Könnte es sich um ein echtes Wunder handeln?
Lass uns nicht übertreiben. Wunder wachsen wie Pilze aus dem Boden
und meistens sind sie die Aufregung nicht wert.
Ich habe es auch nicht geglaubt.
Ich wollte so sehr meinen Sohn sehen, Herr Jesus,
wollte wieder nahe seines Körpers sein.
Und Gott hat mir in seiner unendlichen Barmherzigkeit einen Engel geschickt,
der mir diese Nacht verkündet hat:
"Du wirst zu deinem Sohn in Herrlichkeit aufsteigen."
Und für eure Anwesenheit, meine Brüder, habe ich von ganzem Herzen gebetet.
Oh holde Dame, voller Anmut und Weisheit,
Ihr seid unsere Belohnung.
Ich lege mich nun auf das Bett, das für mich vorbereitet wurde.
Benedetta!
Komm, du bist meine Braut.
Komm zu mir!
Ich komme, Herr, ich komme.
Komm zu mir!
Benedetta, deine Füße!
Etwas Käse, Schwester?
Dieses Festmahl wird von unserem groß- zügigen Gast dargeboten, Giulano Carlini.
Trinken wir auf seine Gesundheit.
Gedenken wir auch dem Bischof von Mailand,
der letzte Woche von uns gegangen ist.
Ich habe gehört, es war die Pest?
In der Tat.
Der Bischof war ein guter Mann.
Aber seine Kathedra hat ihm wohl den Kopf verdreht.
So Gott will, wird der Bischofssitz durch Euer Gnaden besser besetzt sein.
Nein. Nein, nein. Und das ist sehr traurig.
Ich habe den Vatikan so dreist wie eine Hure umworben,
doch für den Posten bin ich einfach nicht prominent genug.
Es wäre erstaunlich, wenn der Papst Pescia auf einer Karte ausmachen könnte.
Tja, dann können wir nur auf ein kartographisches Wunder hoffen.
Was hast du mit deinen Füßen gemacht?
Du solltest doch tot sein.
Ich habe Jesus gesehen.
Er kam zu mir.
Ich bin doch seine Braut, oder?
Ja, ja, natürlich.
Öffnen Sie die Tür!
-Ich bitte Sie! -Macht auf.
Er wird mich umbringen, helfen Sie mir!
Öffnen Sie, bitte!
Verdammt!
Nehmen Sie mich auf! Oh nein, er kommt, bitte helfen Sie mir!
Du entkommst mir nicht, Hure! Du gehörst mir, du kleines Luder!
Ich will bei Ihnen bleiben, bitte!
Komm, komm!
Oh, suchst du Streit?
Das ist ein Kloster!
Ich liebe Jesus. Nehmen Sie mich auf.
-Ich bin ihr Vater, sie gehört zu mir. -Lassen Sie mich hierbleiben.
Ein Kloster ist keine Wohlfahrtseinrichtung, liebes Kind.
Man muss bezahlen, um aufgenommen zu werden. Hast du Geld?
-Nein. -Gut, das reicht jetzt. Es reicht!
Nein!
Lass mich los! Ich will Gott dienen!
-Mutter, hilf ihr. -Wir bezahlen ihre Mitgift!
-Ich soll für eine Fremde bezahlen? -Ich werde immer für Sie beten.
Na großartig!
Herr Carlini, die Reichen kommen nicht in das Reich Gottes.
Die Worte Jesu.
Und Sie, Mutter Oberin, tun alles, was nötig ist, damit ich dort reinkomme.
In Ordnung.
Ein Geschenk für dich, Benedetta.
"Ein Geschenk"? Meine Tochter gehört mir. Ich gebe sie Ihnen nicht umsonst.
-Du kriegst 10 Denaren, keinen Sou mehr. -20.
Und einen Hund als Ersatz für sie.
-Bitte. -Es ist herrlich.
Hier, fang.
Seif dich gut ein.
-Wie heißt du? -Schwester Benedetta. Und du?
Bartolomea.
-Bartolomea - und weiter? -Nur Bartolomea.
Ist Waschen hier Pflicht.
-Eine reine Seele in einem reinen Körper. -Ich schrubbe so fest ich kann.
Scheiße, meine Seife.
Ich wäre fast hingefallen. Ist noch Wasser zum Nachspülen da?
Schwester Benedetta?
Dein Nachthemd liegt auf dem Tisch.
Schwester Benedetta? Ich muss mal kacken. Wo geht das hier?
Komm mit.
-Echte Nachtstühle... -Wo hast du es früher gemacht?
Na draußen, bei den Tieren.
Oh, tut das gut! Was für eine Erleichterung!
Man darf nachts nicht so laut reden.
Ich hoffe, das ist erlaubt.
Warte.
-Entschuldige, wer hat dir das angetan? -Mein Vater.
Warum?
Meine Mutter ist an der Pest gestorben. Dann nahm mich mein Vater zur Frau.
Ich habe ihm gesagt, dass ich das nicht will,
aber ihm war es egal.
-Du warst seine Frau - für alles? -Ja, alles.
Meine Brüder haben's auch getan, wenn der Alte nicht hinsah.
Heute früh habe ich versucht, ihm eine Schere reinzurammen.
Danach hat er mich fertiggemacht. Und ich bin dann weggelaufen.
-Schönheit hat auch Nachteile. -Ach, wäre ich eine Ziege,
würde er genau dasselbe tun.
Du findest mich schön?
Weißt du das nicht selber?
Nein, wir haben keinen Spiegel.
Du bist schön.
Schau dich in meinen Augen an.
-Ich sehe nichts. -Du musst näher ran.
Und, siehst du dich?
Was macht ihr beide hier?
Sie hat die Latrinen gesucht.
-Wer ist sie? -Christina,
die Tochter der Mutter Oberin.
Spioniert sie für ihre Mutter immer so rum?
Heilige Mutter, ich soll wohl Schwester Bartolomea führen,
doch dessen bin ich nicht würdig.
Gott hat dir dieses Mädchen in den Weg gestellt.
Braucht sie denn keine Liebe und keinen Rat?
Doch, aber sie muss mit eiserner Faust geführt werden.
-Die habe ich nicht. -Gott wird dich leiten.
Hilfe, Jesus!
-Was wollten diese Bestien? -Dich töten.
Es sind Dämonen, die einen Keil zwischen uns treiben wollen.
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